Nördlicher Radweg der Frings-Brücke wieder offen
Nach langer Sanierungszeit ist der nördliche Radweg auf der Josef-Kardinal-Frings-Brücke endlich wieder freigegeben - mit einer überraschenden neuen Markierung. Was hat es damit auf sich?

Die Josef-Kardinal-Frings-Brücke, kurz Frings-Brücke, manchmal immer noch Südbrücke genannt, ist noch vor der Fleher Brücke und der Kniebrücke die wichtigste Rheinbrücke für Neusser Radfahrende. Sie erschließt Wege in die Düsseldorfer City und zur Uni und bildet daher das Rückrat des Radschnellwegs RS 5 zwischen Neuss und Düsseldorf/Langenfeld/Monheim. Bislang aber nur auf den Skizzen der Verkehrsplaner, denn gebaut wurde bislang nur ein kurzes Stück in Monheim (vor Jahren schon) und, für uns relevant, der erste Kilometer in Neuss um den neuen Rennbahnpark “Grünes Herz Neuss” herum. Die Machbarkeitsstudie zum RS 5 aus dem Jahr 2017 sieht im Anschluss daran eine Brücke über die Kreuzung am Willy-Brandt-Ring vor und eine Führung auf der Nordseite der Brücke, verbunden mit der Empfehlung, die Licht- und Strommasten in Richtung Leitplanken zu versetzen, um dann mit einer Breits von 3,87 m den Mindeststandard für einen Radschnellweg von 4,00 m zumindest annähernd zu erreichen. Die ADFC-Kreisverbände Düsseldorf und Neuss machten in einer gemeinsamen Stellungnahme sogar den kühnen Vorschlag, den Radschnellweg unterhalb der Fahrbahn zu führen, siehe den Link im blauen Kasten.
Das war vor fünf Jahren, doch seitdem hat die Schreckensmeldung vom Sanierungsbedarf und dem in etwa zehn Jahren erforderlichen Neubau der Brücke die Prioritäten gründlich verschoben - zu Lasten des Radverkehrs. Lang andauernde einseitige Sperrungen, Baustelleneinrichtungen, die vom Düsseldorfer Zubringer-Radweg zeitweise weniger als einen Meter übrig ließen und Umleitungen über extrem steile Spitzkehren, die eigentlich als reiner Fußweg gewidmet sind, waren für tausende Berufs- und Freizeitradpendlerinnen und Pendler eine anderthalb Jahre andauernde Zumutung.
Masten mit weißer Linie abgetrennt
Dieser ärgerliche Zustand hat jetzt zumindest in Teilen ein Ende gefunden, denn ab sofort sind wieder beide Wege frei. Neu auf dem nördlichen Weg ist eine weiße Linie, die den Radweg von den Leitungs- und Lichtmasten trennt. Das sieht nach dauerhafter Markierung aus (sonst wäre sie baustellengelb). Allerdings erfolgt die Stromversorgung der Masten derzeit über oberirdisch lose verlegte Leitungen. Ob man sie vielleicht doch noch versetzt? Man darf ein bisschen weiterträumen (…).