Fahrradstadt Groningen
Die niederländische Stadt Groningen hat eine kompakte City, in der kaum Autos unterwegs sind. Wie schaffen die das? Unser Autor hat es sich von Verkehrsplaner Benni Leemhuis und Fietsersbond-Mitarbeiterin Màrria vor Ort zeigen lassen.
Groningen hat eine schöne alte, von einem malerischen Ring aus Kanälen umgebene Innenstadt. Mit etwa einem Kilometer Durchmesser ist sie ähnlich kompakt wie die Neusser City. Doch die Atmosphäre ist hier ganz anders: Fahrräder und Fußgänger bestimmen das Bild, man sieht kaum Autos auf den Straßen. Genießt, wie ungehindert man sich hier bewegen kann, wie frei der Blick auf die Architektur und das Gewusel aus Fahrrädern und Menschen ist – unverstellt von parkenden Autos.
Gefilterte Durchlässigkeit
Wer mit dem Auto hineinfahren will, kann das durchaus tun. Doch dann sind die Wege länger, weil die vier Quadranten die Groninger City nur von außen über die Ringstraße am Kanal erreichbar sind, aber für Autos nicht miteinander verbunden sind, wie in der Karte angedeutet. Wer Rad fährt, ist hier immer schneller, weil es, abgesehehn von Fußgängerzonen, für Radfahrende kaum Beschränkungen gibt. Das Konzept heißt „gefilterte Durchlässigkeit“ und wurde bereits Ende der siebziger Jahre geplant und umgesetzt. Inzwischen sind viele der Groninger Geschäftsstraßen nur noch für Lieferverkehr frei. Dem Handel hat es nicht geschadet – im Gegenteil: Die Leute kaufen und konsumieren hier gerne, weil sie hier ungestört flanieren können. Klar: Groningen ist eine Studentenstadt mit einer jungen Bevölkerung, die gut zu Fuß ist. Aber auch im demografisch älteren Neuss geht der Trend weg vom Auto hin zu Rad und Fuß, wie die SrV-Studie 2013 deutlich gezeigt hat (Seite 79). Deshalb findet der Verfasser, dass Neuss von Groningen in Sachen Verkehrswende tatsächlich eine Mengel lernen und abschauen kann.
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